Trauerbewältigung

Bestattungsinstitut Braukmann über Trauerbewältigung

Diese nachstehenden Anmerkungen können Ihnen eventuell Denkanstöße, aber keine konkrete Hilfe zur Trauerbewältigung geben. Hierfür wenden Sie sich bitte an kompetente Beratungsstellen.

Vor allem, wenn man kaum mit dem Tod konfrontiert war, ist ein plötzlicher Verlust eine besonders schmerzhafte Erfahrung. Man fragt sich "warum?", "warum gerade ich?", "warum MEIN Kind?" ...

es gibt auf diese Fragen keine Antwort. 
Das Schlimmste, was Eltern passieren kann, ist ein Kind zu verlieren! Aber egal, wer uns durch den Tod genommen wird;  die Tiefe  und Art von Trauer ist unabhängig von Verwandtschafts- oder Partnerschaftsverhältnissen und so vielfältig wie der Sternenhimmel.

Wir fühlen uns, als würde es uns das Herz zerreißen. Die Welt bleibt stehen, wir nehmen unsere Umwelt durch einen Schleier wahr und möchten manchmal am liebsten nachfolgen.

Täglich machen Menschen die Erfahrung, dass es keine Norm gibt, nach der ein uns nahe stehender Mensch stirbt. Ebenso gibt es keine Norm zu trauern oder gar Trauer zu bewältigen. Auch gibt es keine Durchschnittswerte um mit dem Verlust fertig zu werden und wieder "normal" leben zu lernen.

Unsere Gesellschaft erwartet von uns Stärke in allen Lebenslagen. Diesem vermeintlichen Zwang glauben wir oft auch in der Trauer zu unterliegen. Darf ich meinen Schmerz noch Wochen nach der Trauerfeier und Beisetzung zeigen? - "Ja, ich darf!" - Ich darf es immer dann, wenn mir danach ist.

Trauer ist genauso wie Freude eine Gefühl. Wir sollten diese Gefühle als gleichwertig wahrnehmen und damit leben; nur so wachsen sie uns nicht über den Kopf. Bei vielen Menschen führt unterdrückte Trauer zu Depressionen. Um diese zu verhindern ist oft kompetente Hilfe angeraten. Scheuen Sie sich nicht, diese Hilfe zu suchen. Es gibt sicherlich auch in Ihrer Nähe Gesprächskreise oder Selbsthilfegruppen.


Sie sind evtl. nicht direkt  betroffen, sondern ein weitläufiger Verwandter, Bekannter, im Freundeskreis, Nachbar, Kollege?

Die Fragen und Gedanken "Was könnte ich nur passendes sagen, wie soll ich reagieren?" sind ganz normal und nicht als eine Hilflosigkeit oder Schwäche anzusehen. Es hilft den Betroffenen, wenn Sie Ihre ehrlichen Gedanken und Gefühle zum Ausdruck bringen; auch, wenn Sie Ihre Hilflosigkeit ausdrücken.

Signalisieren Sie Ihre Anteilnahme auf die Ihnen eigene Art und ziehen Sie sich nicht zurück! Versuchen Sie auf keinen Fall die Trauer des Trauernden zu ersticken oder gar zu verharmlosen! Damit kränken Sie den trauernden Menschen und geben ihm das Gefühl, dass seine Trauer nicht angemessen ist.

Sätze wie:

    • "Er/sie war doch eh schon sehr alt!"

    • "Du kannst doch noch Kinder bekommen, ihr seid noch jung!"

    • "Jetzt ist es aber gut mit der Trauer, du musst nach vorn schauen!"

sind schlichtweg unangebracht und überflüssig. Solche Bemerkungen können einen Trauernden in ein tiefes Loch fallen lassen, er fühlt sich missverstanden bzw. gar nicht verstanden! Einen Trost bedeutet das Herunterspielen keinesfalls. Ein einfaches, wenn auch stummes "Ich bin für dich da" ist ein Trost, bei dem Sie nichts falsch machen können.

Treten Sie Trauernden gegenüber wie gewohnt auf und signalisieren Sie, dass Sie die Trauer Ihres Gegenübers nicht als Belastung empfinden.

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